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Sind wir Architekten? #14

Lieber Andreas,


ganz besonders interessiert mich, wie es dir diese Woche ergangen ist. Wie war die Zeit mit deinem Jugendfreund aus Israel? Wie geht es ihm und seiner Familie?

Das du mit dem Bus unterwegs bist und auch zu Kunden fährst, finde ich ehrlich gesagt ziemlich cool. Ich selber habe auch nicht immer Lust in Hotels einzuchecken, sich jedes Mal in ein fremdes Bett zu legen usw. Sicherlich nicht nur ein finanzieller Vorteil, im eigenen rollenden Bett zu übernachten. Was hat dich dazu bewogen?

👧 Ich bin aktuell das zweite Mal allein mit unserer Tochter, im neuen zu Hause auf Zypern. Mein Mann ist für 2 Wochen auf Geschäftsreise und da wir ja bisher keine Kinderbetreuung haben, bleibt für mich auch keine Zeit zu arbeiten. Ich merke richtig, wie mir das fehlt. Dafür werden meine handwerklichen und technischen Fähigkeiten immer besser😀. Ich überlege mir jeden Tag, was ich mit meiner Tochter unternehmen kann (neben Hausarbeiten, wie waschen, putzen, kochen…).

🛠️ Diese Woche habe wir schon ein Katzenhaus gebaut, neue Silikonnähte im Haus gezogen, die Scheibenwischer am Auto gewechselt, die Lüftung im Auto repariert, Weihnachtsdeko angefangen auszupacken, Freunde besucht, gemalt, gebastelt, jeden Tag in der Natur gewesen und Straßenkatzen versorgt (meine neue ehrenamtliche Tätigkeit).


Malen ist wie meditieren

Es gibt so viele Dinge, die wir mit Kindern tun können 👧. Wir können sie bei fast allem integrieren. Für sie da sein und ihnen die Welt zeigen, ist für mich das Größte 🌎. Viele Dinge und sogar die meisten sind kostenfrei. Es kostet lediglich Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld. Ich fand es schon immer komisch, wenn Menschen sagen, dass sie erst Mal viel Geld verdienen wollen, um ihren Kindern etwas bieten zu können.


War das bei dir auch schon so?

🎩 Ich ziehe auf jeden Fall den Hut vor allen Alleinerziehenden. Es ist schon echt eine Herausforderung, rund um die Uhr, die Verantwortung für einen Menschen zu tragen. Ich merke selbst, wie müde ich mittlerweile bin und wie sehr ich mir endlich auch mal nur Zeit für mich wünsche. Ich möchte gerne wieder richtig kreativ sein, Sport machen und an meinem Business weiterarbeiten. Es fühlt sich fremdbestimmt an. Aktuell habe ich das Gefühl auf der Stelle zu stehen, obwohl Tag für Tag vergeht.


Dankbarkeit und Besinnung auf meine Werte helfen mir dabei sehr, die Situation zu akzeptieren und die tägliche Freude daran zu finden.

Ich frage mich immer, wie es wohl zu Zeiten meiner Großmutter war. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung waren da noch Fremdwörter. Konnte sie sich eher mit ihrer Situation anfreunden, weil sie von Anfang an fremdbestimmt war und immer Menschen da waren, die ihr gesagt haben, was zu tun ist. Insbesondere auch die Diktatur, die ihren erheblichen Teil dazu beigetragen hat.


Meine Großmutter


Ist mein Drang nach Selbstbestimmung deshalb so groß? Ich lasse mir ungern etwas sagen, auch nicht von Staat. Ich muss immer alles validieren und prüfen, ob ich es für sinnvoll erachte. Was nicht selten zu Wertekonflikten führt.

🤔 Weiterhin stelle ich mir die Frage, ob Selbstbestimmung lediglich eine Illusion ist, die in unseren Köpfen existiert? In einer Welt, die zunehmend von äußeren Einflüssen geprägt ist, sollte die Vorstellung, dass wir die Architekten unseres eigenen Schicksals sind, in Frage gestellt werden.

Ich könnte jetzt noch weiter philosophieren, belasse es aber dabei. Mich interessiert deine Meinung dazu.

Ich wünsche ein schönes Wochenende und sende weiterhin WERTEvolle, sonnige und warme Grüße aus Zypern, Jessica 💙


 

Jessica Rumpf, geboren 1987, ist in allererster Linie Mensch und diese Haltung fließt in ihre Arbeit ein. Sie unterstützt ambitionierte FirmeninhaberInnen bei Veränderungsprozessen.

Die studierte Betriebswissenschaftlerin sammelte internationale Erfahrungen im Marketing, im Vertrieb, in der Eventbranche und im Finanzbereich. Sie hat bereits dreimal gegründet, erfindet sich immer wieder neu und weiß daher genau, worauf es beim eigenen Business ankommt. Sie ist eine Powermama und Unternehmerin mit viel Herz, die gern lacht und Katzen liebt.

Jessica geht ihre eigenen Wege, die sie unter anderem für ein Jahr nach Ecuador führten. Aktuell lebt sie mit ihrer Familie auf Zypern.

Sie bezeichnet sich selbst als Nonkonformistin & Querdenkerin und meint damit, dass sie andere Denkansätze verfolgt, sie hinterfragt und weicht auch mal von klassischen und konventionellen Wegen ab. Das bringt den gewünschten Fortschritt herbei und Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung voran.

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