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Zypern? Fluch(t) oder Sege(l)n?

Liebe Jessica,



Wir sind 2002 nach Kroatien gegangen - knapp 6 Jahre nach Kriegsende ...


Kroatien kannten wir schon aus den Kriegsanfängen, wo wir versucht haben den Menschen vor Ort zu helfen.

Nun hatte ich die Chance mit meinem Arbeitgeber vor Ort mein Wissen einzubringen. Unsere Ehe stand vor dem "Trip" nach Kroatien auf Messers Schneide. Meine Frau hatte Jahre zuvor meiner Karriere zu Liebe ihre gut gehende Praxis mit über 20 Mitarbeitern an den Nagel gehangen und ist mit mir durch Deutschland gezogen.

Ich auf'm Karriere und Ego Trip ... sie hinter her, um die Familie zusammennzuhalten.

Ich Businesskasper ... und damit diametrales auseinanderdrifften 🏄‍♀🚀 ...


Dann gab es plötzlich die Entscheidung:

Standortschließung


Meine "Existenzgrundlage" war futsch 💥


... und es tat sich eine neue Tür auf in Kroatien!


Dankenswerterweise sind wir gemeinsam runtergezogen, denn am Ende war es unsere schönste Zeit.

Wir haben viel gearbeitet, viel gefeiert und ... viel gelebt ...


Die Sonne, die gute Laune der Menschen, die Nähe zum Meer ... all das hat uns gut getan.

Wir haben Sportbootführerscheine gemacht, Boote gechartert ...

Und wir haben uns sozial engagiert. Wir haben Kinder in Waisenhäusern unterstützt. Wir haben sogar einige Kinder mit in Urlaub genommen. Ja - da ist uns ein Thema immer wieder auf die Füsse gefallen - wir konnten die Sprache nicht und brauchten ständig Übersetzer. Meine Frau hat zwar mit der Zeit immer mehr gelernt und war nachher so gut, dass sie auf dem Markt auch nicht mehr ansatzweise über den Tisch gezogen worden ist.

Du hast recht - es ist wichtig, die Sprache der Einheimischen zu sprechen.

Doch auch dieses lässt sich meistern.


Fakt ist auf jeden Fall, dass alle Hürden und Probleme von damals keine wirklichen Themen waren. Denn in der Nachbetrachtung sind uns insbesondere die schönen Momente in Erinnerung geblieben. Obwohl ich Standorte "konsolidiert" habe - heißt aus 20 Niederlassungen wurden 4 regionale Standorte, haben mich die Menschen selbst in den traurigsten Regionen mit über 50% Arbeitslosenquote gastfreundlich willkommen geheißen und zu sich nach Hause eingeladen.



Es ist die Lebensfreude und die Zukunftslust, die das Leben ausmachen.


Denn als wir wieder zurück in Deutschland waren, sind uns bereits damals die traurigen und verbitterten Gesichter aufgefallen.


Und aktuell habe ich kein anderes Bild.


Denn unser beider "Generationen-Dissens" sehe ich nicht als Konflikt, sondern eher als unterschiedliche Sichtweise auf Grund unterschiedlicher Lebensphasen.


Gerade in Deutschland habe ich das Gefühl, dass Probleme entweder hochgeschaukelt werden oder Dinge zu Problemen eskaliert werden, um Reichweiten zu produzieren.


In der heutigen Welt, geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten, der Klimakrise und einem ständigen Ringen um Fachkräfte, scheint der Generationenkonflikt bewusst geschürt.

Doch ist dieser "Konflikt" wirklich so unüberwindbar, wie überall geschrieben, oder wird er von einzelnen Ego-getriebenen Menschen bewusst vorangetrieben?


Die aktuelle Lage ist angespannt, und das spüren wir alle. Steigende Strompreise, Inflation, die unmittelbare Bedrohung durch die Klimakrise und der Mangel an Fachkräften dominieren die Schlagzeilen.




Da sprechen einige über ihre Generation als "Fettaugen auf der Suppe". Ja - die ältere Generation hat zu lange in einer Kultur des ständigen Wachstums und Konsums gelebt. Dies führte auch zu einer unaufhaltsamen Umweltkatastrophe und der aktuellen Wirtschaftskrise.


Doch machen wir uns nichts vor: ein zentraler Punkt in diesem Konflikt ist die Rolle der Politik. Viele Politiker versuchen immer noch, mit alten Methoden eine Lösung für neue Probleme zu finden. Sie halten an der Vorstellung fest, dass der Wandel vermieden werden kann, indem man an Altem festhält und in ständigen Steigerungslogiken denkt.


So ist die Diskussion über den Klimawandel und die Energiewende ein Symptom für einen tiefer liegenden Konflikt. Es geht darum, wie wir als Gesellschaft mit Veränderungen umgehen.

So sind doch gerade Optimismus, Erfindungsgeist und der Wunsch, voranzukommen, so wichtig.


So zeigt meines Erachtens die gesamte Diskussion um Generationen, Umwelt und Wirtschaftskrise, die grundlegende Angst vor Veränderung.


Es ist an der Zeit, die Chancen des Wandels zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden, die für alle Generationen und die Zukunft unseres Planeten funktionieren.


So war mir mein Vorgarten noch nie wichtig, doch aber das Verständnis, wie andere Menschen leben und was wir von ihnen lernen können.

Deshalb kann ich euch wieder nur beglückwünschen, alleine eurer Tochter eine neue Welt zu eröffnen. Neue Sichtweisen, andere Betrachtungswinkel sind so wichtig!

Das wird ihr und auch euch nie mehr irgendjemand nehmen können.


Also genießt jeden Moment - auf dem Motorboot, auf einem Segler und auch an Land. Das ist das, was ihr in eurer Erinnerung behalten werdet.

Das Knirschen im Gebälk ist normal, aber dieses werdet ihr vergessen - unsere Gedächtnisse sind da genial.


In diesem Sinne - immer eine Handbreit Wasser unter'm Kiel




Sonnige Grüße - aktuell aus einer wunderbaren kulinarischen Region

Andreas



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